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Manche meinen, "Tod und Leben" könnte auf die kunstgeschichtliche
Tradition des Totentanzes zurückgreifen. Allerdings geht Klimt keinesfalls,
wie bei vielen historischen Totentanz-Darstellungen, um die Allegorisierung
der sozialen Differenzierung einer Gesellschaft, die angesichts des Todes
nichtig wird. Weder durch Gesten noch Bewegungen und Blicke sind die beiden
Bildelemente - Tod und Menschheit - aufeinander bezogen. Die Spannung
entsteht gerade durch das Fehlen einer Kommunikation und durch die klare
formale Aufteilung des Bildes, die eine breite, leere Fläche zwischen
den Figuren offenläßt. Was durch die Form an Spannung erzeugt
wird, wird teilweise durch die Schilderung der Menschen wieder aufgehoben.
Schlafversunken und traumverloren nehmen sie von seiner Anwesenheit in
keiner Weise bedroht und betroffen zu sein.

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