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Es ist auffallend, daß man der Serie bedeutender Porträts,
die zum Bekanntesten in Klimts gehören, selten wegen ihrer getreuen
Abbildung konkreter Personen Aufmerksamkeit schenkte. Das Interesse galt
vielmehr ihrer besonderen formalen Gestaltung und ihrer Entwicklung. Die
Bildnisse von Damen der Wiener Gesellschaft wurden außerdem unter
soziologischen Aussagen über den besonderen Zustand der gesellschaftlichen
Elite und den gesamtgesellschaftlichen Zustand überhaupt am Ende
der Donaumonarchie - aber weit weniger als künstlerische Auseinandersetzung
mit einem bestimmten Charakter, einer bestimmten Person. Auffallend ist,
daß bei fast allen Porträts eine klare Raumbildung fehlt, in
der die Abgebildeten Halt finden könnten. Die Frauen werden durch
differenzierte Ornamentflächen gleichsam in den Bildgrund verbannt
- aus dem dann Gesicht, Physiognomie und Hände naturalistisch hervortreten.
Durch den krassen Gegensatz von naturalistischen und dekorativ-flächigen
Elementen werden einerseits Geste und Physiognomie und damit Ausdruck,
Charakter und Bedeutung der Persönlichkeit hervorgehoben, andrerseits
erscheinen gerade diese Körperpartien dadurch wie Fragmente, wie
eigentümlich vom übrigen Körper losgelöste, zeichenhafte
Elemente.

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